Lerntipps

  • etwas können/lernen wollen, sich Ziel setzen, interessieren, motivieren
  • Wechsel 1/2 Stunde lernen - 10' Pause mit Bewegung, Musik etc
  • Zeit, Stoff rechtzeitig und bewältigbar einteilen- Planung einhalten
  • Lernort (auch wechselnd): ruhig, gelüftet, nicht zu warm, gut beleuchtet, ohne Ablenkung, richtige Haltung (Bildschirmoberkante  in Augenhöhe)
  • gut lesbares Schriftbild/Heftführung
  • regelmäßig mitlernen und Gelerntes am selben Tag wiederholen, Hausübungen machen
  • beim Lesen konzentriert mitdenken, sich Inhalte vorstellen
  • nur Wichtiges markieren
  • selbst schriftlich und mündlich zusammenfassen
  • Zusammenhänge suchen, "Eselsbrücken", Assoziationen (Verknüpfung der Lerninhalte z.B. mit Räumen, Wegen etc)
  • Unverstandenes nachfragen
  • verschiedene Sinne ansprechen

       o sich Gehörtes vorstellen

       o Inhalte auf Tonträger aufnehmen und mehrmals abhören

       o Lernkartei

       o Merkstoff in Reimform

       o Skizze/Plakat erstellen

       o sich Inhalte erzählen lassen oder selbst erzählen

       o Inhalt szenisch darstellen, angreifen

       o sich selbst Fragen stellen

       o sich während des Lernens bewegen

  • aus Fehlern lernen (Verbesserungen machen und durchdenken, Lernwörterheft)
  • Wiederholung mind. 5x, Übung, Festigung
  • geprobte Prüfungssituationen (keine "Pillchen")
  • am Abend vor Einschlafen konzentriert wiederholen (statt TV oder PC-Spiele!)
  • ausreichend Bewegung und Schlaf

"Lernen ist das Bilden und Freihalten von Wegen im Dickicht des Vergessens. Erinnerung ist deren Auffinden."

 

Erziehungsempfehlungen

Durch das Erziehungsverhalten der Eltern werden das Lernen und die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes maßgeblich beeinflusst. 

Hier zusammengefasst wichtige entwicklungspsychologische Empfehlungen:

  • Feinfühlig-liebevolle, vertrauensvoll-verzeihende, verfügbar-sichere Beziehung: Geborgenheit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Fairness, Rückmeldung, familiären Zusammenhalt und Unterstützung bietend; Geduld mit Stimmungen/Überempfindlichkeit/Unsicherheit und Verständnis für individuelle körperliche und geistige entwicklungsbedingte Veränderungen (hormonell, neurologisch, genetisch); >15 % brauchen psychotherapeutische Hilfe (starke Verhaltensauffälligkeiten, Angststörung, Depression, Selbstverletzung, Aggression, Trauma, psychosomatische Beschwerden, Schulverweigerung etc)
  • Begeisterung, Interesse und Motivation wecken durch vielfältige, entwicklungsgerechte Anregung, Erfahrungen sowie Förderung von Wissen und Kompetenzen (Alltagsleben, Berufe, Gedächtnis, musisch-kreativ, sportlich-koordinativ, natur-wissenschaftlich, manuell-feinmotorisch, sprachlich, andere Epochen und Kulturen etc); gemeinsame Aktivitäten/Erlebnisse, Spiel/Spaß, Gesang, (täglich) Bewegung/Koordination, Naturbeobachtung); Rituale, Feste, Organisationsstruktur im Alltag, Aufgabenkontrolle, Schlaf (>9 Std); kein „Terminstress“;
  • Ziele, angemessene Forderungen und Erfolge schaffen; glaubwürdiges, zeitnahes Lob, Anerkennung, Selbstwertbestärkung, Dank und Zutrauen schenken;
  • begründete Regeln und gemeinsame, abgestufte konsequente Sanktionen aller Erziehungsberechtigten; keine Demütigung, (Kollektiv-)Strafen, Vernachlässigung, „Liebesentzug“, Gewalt bei Konflikt/Verweigerung;
  • Emotionen und Handlungsimpulse beherrschen (warten, teilen, verzichten, zuhören, verlieren können) – Umgang/Bewältigung von Ärger, Stress,  Versuchung; Frustration ertragen; Mitgefühl/Empathie für Befindlichkeit, Sichtweisen und Handeln anderer schaffen; gesellschaftlichen Umgang, Gemeinschaft, soziale Erfahrungen (Verein), Freundschaft, Kooperation und prosoziales Verhalten fördern; Freunde einladen – Übersicht über Freundeskreis;
  • Erkennen und regelmäßiges offenes Sprechen über Befindlichkeiten, Erfahrungen, Streit, Fragen, Bedürfnisse, Ängste, Frust, Probleme, Entscheidungsfreiräume, Filme, Träume, Erinnerungen; Erklären und Erzählen von Selbsterlebtem, Gespräch über Erlebtes;
  • Aufmerksamkeit und Ausdauer fördern; Problemlöseversuche belohnen; entwicklungsgemäße Verantwortungsübernahme, Planung, Selbstständigkeit und Autonomie/Selbsttun ermöglichen; schrittweise Freiräume/Rückzug bieten statt Überbehütung, Kontrollwahn oder Über-Strenge; Lernen lernen (siehe „Lerntipps“!), Interesse für Gelerntes zeigen; vertrauens-, zutrauens- und leistungsorientierte Kooperation mit Schule;
  • Vorbild in Einstellungen/Vorurteilen, Arbeits-/Lernhaltung, Tun, Sprache/Lesen, Freundschaften, Hygiene/Zahnpflege, Ernährung (nicht zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig, genug Obst), Sucht- und Belohnungsverhalten; Sicherheitsdenken, Urteilsfähigkeit, Gesundheits- und Risikobewusstsein schaffen (Alkohol, Nikotin, Tabletten); kein WhatsApp, kritischer und dosierter Medienkonsum (<2 Std); Kurzsichtigkeit, Übergewicht nehmen zu;

Zusammengestellt von F. Grafenauer nach folgenden Quellen:

  • Pinquart u. a., Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter, hogrefe, Göttingen 2019
  • Mietzel, Pädagogische Psychologie des Lehrens und Lernens, hogrefe, Göttingen 2017
  • Petermann u. a., Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie, hogrefe, Göttingen 2013
  • Lehmkuhl u. a., Lehrbuch der Kinder- und Jugendpsychiatrie, hogrefe, Göttingen 2013
  • Goldman, Scott, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Schattauer, Stuttgart 2016